Für viele Menschen ist die Weihnachtszeit die schönste Zeit des Jahres!
Überall leuchten die Weihnachtssterne, es riecht nach Früchten, Gewürzen, Zimt und Anis. Aber auch überfüllte Geschäfte und Eile bestimmen oft den Alltag, denn jeder möchte noch passende Geschenke für Familie oder Freunde finden.
Trotz allem bleibt aber immer noch Zeit, gemütliche und ruhige Abende zu verbringen. Und was gibt es da Schöneres, als einen hektischen Tag mit wunderbaren Weihnachtsgeschichten und Leckereien ausklingen zu lassen?
Also gönnen Sie sich mit den Erzählungen „Weihnachtsgeschichten … und noch mehr“ einfach mal ein paar ruhige und entspannte Stunden und genießen dabei die leckeren Versuchungen aus diesem Buch.
„Frohe Weihnachten“ und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

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Der Weihnachtsengel
Nun war es endlich wieder so weit. Das Weihnachtsfest stand vor der Tür. Der kleine Engel freute sich schon das ganze Jahr darauf, seinen Behälter verlassen zu dürfen, um dann an der Spitze des geschmückten Weihnachtsbaumes zu hängen. So langsam musste es doch Zeit sein dachte er sich, aber nichts passierte. Er konnte zwar sehen, da er in einem Glasbehälter aufbewahrt wurde, dass andere Kisten und Kartons aus dem Schrank genommen wurden, aber nach ihm griff keiner. Hatten sie ihn vergessen oder war er in den Augen der Menschen einfach nicht mehr hübsch genug? Sicher, er war nicht mehr der Jüngste und hatte schon viele Weihnachten erlebt, aber ihn deswegen einfach zu vergessen?!
Er wurde immer trauriger. Wie schön war es jedes Mal, wenn er von der Spitze des Baumes beobachten konnte, wie die Menschen sich über Weihnachten freuten. Den Glanz in den Augen der Kinder, wenn sie ihre Geschenke auspacken durften. Der besondere Duft, der während dieser Zeit durchs Haus zog. All das sollte er jetzt nicht mehr erleben dürfen, nur weil er alt war.
Er hatte schon die Hoffnung aufgegeben, als er eine Kinderstimme hörte.
„Oma, wo ist denn der Engel?“
„Ach Kleines, der ist nicht mehr schön, den können wir nicht nehmen“, hörte der Engel eine weitere Stimme sagen.
„Aber Oma, ich habe ihn doch so gerne. Ohne ihn fehlt Weihnachten etwas. Bitte, bitte, lass ihn uns aus seinem Behälter nehmen.“ Hoffnung darauf, dieses Weihnachten doch noch miterleben zu dürfen, wurde immer größer.
Dann wurde er endlich herausgenommen. Man hatte ihn doch nicht vergessen. Als das kleine Mädchen ihn vorsichtig anfasste und ihn dann sanft in ihren Händen hielt, konnte er sein Glück kaum fassen. Sie schaute ihn liebevoll und mit leuchtenden Augen an. Vorsichtig trug sie ihn zu dem bereits geschmückten Weihnachtsbaum und bat die Oma darum, ihn an der Spitze des Baumes zu befestigen.
Als er dann von der Baumspitze herab auf das kleine Kind schaute, konnte er sehen, dass sie ihn glücklich und mit strahlenden Augen ansah und er freute sich so sehr darüber, diese glücklichen Kinderaugen zu sehen. Er wusste genau, dass sie ihm ein ganz besonderes Geschenk zu Weihnachten gemacht hat, indem sie ihm erlaubte, auch in diesem Jahr wieder an diesem schönen Fest teilnehmen zu dürfen. Und deshalb wollte er ihr auch einen Gefallen tun und versuchte, besonders schön und hübsch für sie auszusehen.
So stand für den kleinen Engel, genau wie für das kleine Mädchen einem schönen gemeinsamen Weihnachtsfest nichts mehr im Wege.
© Britta Kummer