Sobald das Weihnachtsfest zur Pflichtveranstaltung wird, ist der Familienfrieden schnell gestört. Mit etwas Fantasie und Einfallsreichtum kann jeder das Beste für sich und seine Lieben daraus machen, sodass sogar die Schwiegermutter strahlt und die pubertierenden Kinder die Feiertage auf einmal gar nicht mehr so ätzend finden ...

"Harmonie zur Weihnachtszeit" enthält Geschichten rund ums beliebteste Fest des Jahres.

 

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Auszug aus: Zauber der Weihnacht
Hach, war das schön, als unsere Zwillinge Hannes und Cathleen noch klein waren. Bereits im Herbst machten sie sich Gedanken, was sie sich vom Weihnachtsmann alles wünschen. Beim Schmücken für die Adventszeit halfen sie unermüdlich, übten Weihnachtslieder und Gedichte ein.
Sie konnten es gar nicht erwarten, dass wir am Heiligabend endlich die Kaffeetafel abräumten, damit auf dem Tisch Platz wurde, um die Geschenke auszupacken. Um die Spannung etwas zu erhöhen gingen sie mit Papa eine Runde im Wohngebiet spazieren, denn sie hofften, den Weihnachtsmann zu finden. Später standen sie am Fenster und drückten sich die Nasen platt.
War das schön, als beide noch vor einigen Jahren am Krippenspiel teilnahmen. Sie waren so aufgeregt, dass sie sich den Text kaum merken konnten.
Hach, war das schön …
Wenn ich an das bevorstehende Weihnachtsfest denke, überkommt mich das Grauen.
Die Zwillinge sind unterdessen 15 Jahre alt. Gespräche zwischen uns sind kaum noch möglich, auch weil beide ständig mit Kopfhörern in den Ohren rumlaufen. Das ist zwar eine geräuschlose Alternative zu der bisherigen lautstarken Musik aus ihren Zimmern, jedoch unterstützt das unsere Kommunikation nicht.
Früher sprach ich sie an, wenn ich etwas von ihnen wollte … jetzt muss ich sie antippen. Sie zeigen mir deutlich, was sie von der Störung halten und fragen genervt: „Was issn???“
Als ich zum ersten Advent im Haus weihnachtlich schmücken wollte, hörte ich sie murren: „Muss das sein?“
„Wenigstens ein bisschen“, meinte ich und seufzte.
© Heidi Dahlsen