Zwei Frauen, tief verwurzelt in ihnen die Vergangenheit. Teils vergessen, teils verdrängt. Briefe, die eine von ihnen zur Verbrecherin macht, während der anderen das Morden reichlich Freude bereitet. Doch etwas verbindet die beiden und so müssen sie tief in ihre Erinnerungen eintauchen, um das Rätsel um sie selbst zu lösen. Wir brauchen nicht nach dem Bösen um uns herum zu suchen! Es schlummert in jedem von uns. Die Frage ist nur: Lässt du es zu, dass es geweckt wird? Nehmen wir an, du stellst fest, dein Leben ist nicht das, was es zu sein scheint. Du dachtest du seist normal. Du dachtest, du seist gut. Doch dann öffnet sich der Käfig in deinem Kopf und du entdeckst, dass tief in dir nur etwas darauf wartet, hervorzubrechen. Etwas Böses, das mit all deinen Erinnerungen lange Begraben war. All das, was tief in der Dunkelheit deiner Seele lauert, ist plötzlich frei.

 

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Auszug
»Nein! Nicht! Gebt mich nicht weg, wie ein altes Spielzeug, das nicht mehr gebraucht wird!«
Ich schrie die Worte, die keiner hören konnte, ich wehrte mich mit all meiner Kraft, ohne dass sich etwas meines Körpers bewegte. Regungslos lag ich auf der Liege, die von zwei Männern in ein riesiges weißgestrichenes Gebäude geschoben wurde. Meine Augen flehten nach Hilfe, aber niemand sah mich an. Ich wollte nicht hierher. Was sollte ich hier, an einem Ort, den sie alle »Sanatorium« nannten. Angeblich hätte ich hier alle Betreuung, die ich brauche. Aber ich wollte das nicht, ich wollte die Menschen um mich haben, die ich kannte. Die Schritte hören, die ich zuordnen konnte, die Stimmen hören, die ich verstehen konnte. Warum versuchten sie nicht einfach mich zu verstehen? Ich konnte doch mit meinen Blicken sprechen. Sie müssten nur lernen, mich anzusehen. Aber sie wollten nicht mehr, hatten keine Kraft mehr. Sie kamen mit meinem toten Körper und dem lebendigen Geist nicht zurecht.
»Es kann ihr dort geholfen werden, vielleicht finden sie einen Weg, der ihren Körper wieder leben lässt«, die Stimme des Mannes sprach dies aus, als er zum letzten Mal in seinem Leben meine Hand auf die Seine legte und mit der anderen darüber streichelte.
»Aber es ist ein Sanatorium, wo sie Versuche an Menschen machen!«, konterte die Frau.
»Das ist nicht bewiesen! Aber ich weiß von hoffnungslosen Fällen, die nach einigen Jahren dieses Institut verließen und ein völlig normales Leben führen konnten«.
»Das stimmt, aber diese Menschen konnten sich an nichts mehr aus ihrer Vergangenheit erinnern. Weder an Orte noch an Menschen! Sie wird uns vergessen, dort. Nicht einmal ihren Namen wird sie wissen. Es wird sämtliche Vergangenheit gelöscht, damit die Patienten sich nicht an die schmerzhaften Therapien erinnern«.
»Und doch, es ist ihre einzige Chance. So sehr es schmerzt, dass wir unser Kind weggeben müssen. Es geht einfach nicht anders. Oder möchtest du sie so aufwachsen sehen? Bewegungslos, sprachlos, willenlos?«
Den Ausgang dieses Gespräches konnte ich nicht mehr hören, denn meine Liege verschwand mit mir hinter den automatischen Glastüren und diese schlossen sich. Hier war ich also.
© Pfolz/Grüneweg