Wer behauptet, dass das freche Schlossgespensterfräulein Kathy mit Hang zum Übermut in alten Gemäuern versauern muss? Das bereitet der reiselustigen Kathy überhaupt keinen Spaß!
Rasch packt sie ihren geliebten Vanillezucker als Reiseproviant ein und erforscht auf einer abenteuerlichen Reise Wälder und Auen, trifft ihre alte Freundin, die Geistergräfin aus Fischamend, besucht das schöne Mariazell, wird Ehrenbürgerin von Türnitz und sogar Fremdenführerin im Schlosspark.  Mit Vergnügen belauscht sie heimlich Lesungen und Referate, die über ihre Reiseziele, aber auch sie – das geheimnisvolle Schlossgespenst – gehalten werden …
Natürlich erobert Kathy wieder einmal die Herzen ihrer Reisebekanntschaften – insbesondere die des Bürgermeisters von Fischamend und seines kleinen Sohnes Johannes.
Ein Lesevergnügen für alle jungen und jung gebliebenen Kinder zwischen zwei und hundertzwei Jahren!

 

https://www.karinaverlag.at/products/kathy-das-freche-schlossgespenst-und-ihre-freunde-teil-3-der-serie-von-karin-pfolz-hardcover/

 

https://www.amazon.de/Kathy-freche-Schlossgespenst-ihre-Freunde/dp/3964431184/ref=la_B00MHZIJ04_1_20?s=books&ie=UTF8&qid=1539505896&sr=1-20&refinements=p_82%3AB00MHZIJ04

 

Die Reise
Jetzt sitzt Kathy auf dem Ross und fliegt durch die Wolken. Tief unten erblickt sie die Fischa auf ihrem Weg zur Donau. Dann das große Gelände des Flughafens, wo um diese Tageszeit reger Flugverkehr herrscht und ein silberner Vogel nach dem anderen in die Lüfte steigt. Etwas weiter in der Ferne Wien, die Hauptstadt Österreichs, doch daran fliegt sie nur vorbei, denn die Flugroute führt gen Westen.
Das Helenental, wo Kronprinz Rudolf vor langer Zeit sein Leben ließ – und gemeinsam seiner großen Liebe Mary – beeindruckt sie mit der schönen Landschaft und den kleinen Wegen. Das Schlossgespensterfräulein liebt die Natur so sehr und das satte Grün eines gesunden Ökosystems.
Nun schnuppert es die klare Luft über Alland. Das Gebiet ist als Luftkurort bekannt. Ein tiefer Atemzug noch und weiter geht es über den Gerichtsberg in Richtung Mariazell. Hier hat die Fischamender Gastgeberin einen Zwischenstopp für Kathy eingeplant, da die junge Dame an allem sehr interessiert ist und die weltberühmte Basilika mit der Mutter Gottes besichtigen möchte. Auch die Altstadt des Ortes ist sehenswert und die Cafés laden zu einer Rast ein, natürlich versüßt mit Mariazeller Lebkuchen.
Das Geisterpferd fliegt eine Runde über den Ort, damit Kathy einen Überblick bekommt, dann geht es in den Sinkflug und landet an einem unauffälligen Platz außerhalb. Die paar Kilometer bis Mariazell legen Ross und Reiterin entlang der Straße – und natürlich mit den Hufen am Boden – zurück. Es gibt Menschen, die fürchten sich vor Gespensterwesen, da ist es besser, wenn die beiden sich normal verhalten – einfach so, als wäre hier ein Mädchen auf einem Pferd unterwegs.
Nur wenige hundert Meter vor dem Ort entdeckt Kathy eine Scheune auf einem Feld. Das Bauwerk sieht verlassen aus und keine Menschenseele ist in der Nähe.
›Sehr gut!‹, denkt das Gespensterfräulein. Sie steigt vom Ross und führt das Tier zu dem Gebäude. Das Tor ist nicht verschlossen. Kathy öffnet es und guckt vorsichtig hinein. Die Scheune ist fast leer, bis auf zwei Strohballen und einen alten hölzernen Wassertrog. Überall liegt eine ordentliche Staubschicht, die makellos alles bedeckt. Hier war also sicher seit sehr langer Zeit niemand mehr.
Kathy führt das Ross in die Scheune. Hinter dem Trog findet sie noch einen Kübel, den sie gut gebrauchen kann. Sicher hat das Pferd Durst. Es mag zwar ein Geistertier sein, aber Kathy weiß aus eigener Erfahrung, dass Hunger und Durst auch für Gespensterwesen vorhanden sind.
In dem kleinen Rucksack, der mit weichen Tüchern ausgelegt ist, schlummert das Kuschelgespenst tief und fest. Sogar leichtes Schnarchen ist zu hören. Kathy, die genau weiß, dass ihre kleine Kathy sicher noch einige Stunden schlafen wird, stellt den Rucksack neben den Wassertrog. Somit muss sie ihn nicht herumtragen und das Ross achtet mit Sicherheit auf den wertvollen Inhalt.
Anschließend verteilt sie Stroh auf dem Boden, nimmt den Kübel und holt aus dem kleinen Bach, den sie neben der Scheune gesehen hat, Wasser. Das wiederum füllt sie in den Wassertrog. Das Tier bedankt sich mit einer kurzen Verbeugung, indem es den Kopf vor Kathy neigt. Das Mädchen streichelt ihm noch liebevoll über den Hals und verlässt das Bauwerk in Richtung Mariazell.
© Karin Pfolz