"Die Kinder vom Silbertal und der verborgene Schatz", geschrieben von Anni Tag, ist ein spannender Abenteuerroman für Jungen und Mädchen ab 10 Jahren. Das Buch bietet den Kindern eine fesselnde Geschichte, veranschaulicht den Spaß am Spielen in der freien Natur und vermittelt zudem zeitlose Werte wie Freundschaft und Zusammenhalt.
Zum Inhalt:
Die Geschwister Robert, Marie und Klaus leben in einem alten Landhaus im Silbertal. Hier gibt es endlose Wiesen und Wälder, einen Bach und einen See und ringsherum überall Berge. Die drei Kinder lieben es, im Wald zu spielen und im See zu schwimmen. In diesem Jahr verbringen auch ihr Cousin Paul und ihre Cousine Laura den Sommer bei ihnen.
Paul beschließt jedoch eines Nachts, wegzulaufen und gerät dabei unversehens in die Hände von zwei Unbekannten, die im Wald ihren dunklen Geschäften nachgehen. Somit nimmt ein spannendes Abenteuer seinen Lauf.

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Auszug:
Hinter dem Haus erstreckte sich ein großer Garten, der bis zum Bachufer hinunterreichte und von einem dunkelbraunen Holzzaun umgeben war. Im Garten gab es einen Schuppen, Gemüsebeete und mehrere Obstbäume, auf denen Marie und ihre Brüder gerne herumkletterten. Am liebsten mochten sie dabei eine Weide, die direkt am Bachufer wuchs. Denn ihre weit ausufernden Äste eigneten sich hervorragend zum Klettern. Außerdem konnte man bequem von den Ästen aus im Bach angeln, was die Kinder des Öfteren gerne taten, auch wenn sie dabei noch nie einen Fisch gefangen hatten. Aber das Angeln machte ihnen trotzdem Spaß. Jedes der Kinder hatte zudem auf einem der Obstbäume eine eigene Schaukel, sodass die drei oft um die Wette schaukelten. Im Schatten eines großen Nussbaums standen außerdem ein Tisch und zwei Bänke, auf denen man im Freien essen und die lauen Sommerabende genießen konnte. Robert, Marie und Klaus liebten das alte Landhaus mit seinem Garten und seiner herrlichen Lage mitten in der Natur sehr. Um nichts in der Welt hätten die drei Kinder woanders leben mögen.
Die Geschwister betraten das Haus durch die Hintertür und liefen in die Küche, um sich die Hände zu waschen.
„Da seid ihr ja endlich. Ich habe schon gedacht, ihr kommt nicht mehr“, begrüßte sie Barbara, ihre Mutter, die gerade dabei war, einen Laib frisch gebackenes Brot aufzuschneiden. Barbara Lindner hatte ebenso feuerrote lockige Haare wie ihre Tochter und war eine sanftmütige, ruhige Frau Mitte dreißig.
„Tut uns leid, dass wir uns verspätet haben, Mutti. Wir haben am Bach unser neues Schiff schwimmen lassen. Du weißt ja, ich habe es selbst gebaut und jetzt wollten wir ausprobieren, ob es auch wirklich schwimmt“, erklärte Robert eifrig. Der Junge war handwerklich sehr geschickt und hatte für sich und seine Geschwister schon einige Spielsachen selbst gebaut oder geschnitzt. Wenn er einmal erwachsen war, wollte er Tischler werden, dessen war sich Robert schon sicher.
„Und stell dir vor, es schwimmt tatsächlich!“, ergänzte Marie begeistert, während sie sich ihre schmutzigen Hände mit der Seife schrubbte. Barbara musste über die Freude in den Gesichtern ihrer Kinder lächeln.
„Das freut mich für euch. Aber jetzt seht zu, dass ihr ins Esszimmer kommt“, sagte sie, während sie die geschnittenen Brotscheiben in den Brotkorb legte. Die Kinder liefen eilig ins Esszimmer hinüber. Ihre Mutter hatte bereits eine Schüssel mit frischen Tomaten und Gurken aus dem Garten sowie eine Platte mit Schinken und Käse auf den Tisch gestellt. Bei diesem köstlichen Anblick lief den Geschwistern das Wasser im Mund zusammen und sie setzten sich rasch auf ihre Plätze. Im nächsten Moment erschien ihr Vater Herbert.
„Na, ihr drei, hattet ihr einen schönen Nachmittag?“, fragte er und seine Augen zwinkerten dabei vergnügt. Herbert Lindner, der seinen Söhnen seine dunkelbraunen Haare vererbt hatte, war Ende dreißig und immerzu fröhlich und gut gelaunt. Er arbeitete im Dorf als Angestellter auf der Bank und hatte das alte Landhaus, in dem sie lebten, von seinen Großeltern geerbt. Die Kinder berichteten ihm eifrig von ihrem Schiffchen und das Abendessen verlief wie immer in einer heiteren Atmosphäre. Barbara und Herbert waren beide sehr stolz auf ihre drei Kinder und hörten ihnen aufmerksam zu. Robert, Marie und Klaus war durchaus bewusst, dass sie Glück hatten, so nette Eltern zu haben und in einem so wundervollen Tal zu leben. Immerhin gab es hier einen herrlichen Bach und einen klaren See, in dem man schwimmen konnte, zahlreiche Bäume, auf denen man klettern konnte, und saftige grüne Wiesen, auf denen man nach Herzenslust herumtoben konnte. Die Geschwister waren sich allesamt einig, dass auf der ganzen Welt kein besserer Ort existieren konnte, um dort eine wunderschöne und glückliche Kindheit zu verbringen.
© Anni Tag