Vor langer Zeit in einer anderen Welt leben die Völker des Rubinsterns und des Zaubermondes in Frieden und Harmonie miteinander. Krieg kennen sie seit Jahrhunderten nicht mehr.
Doch eines Tages werden ihre Dörfer von dem diabolischen Tyrann Cyprian, dem Herrscher vom Volk des Eises, überfallen. Cyprian will sich zum Beherrscher der Welt aufschwingen. Die friedlichen Völker können sich gegen ihn und seine Armee nicht wehren und werden unterjocht. Aber der Wunsch nach Freiheit weckte auch den Kampfgeist.
Eine alte Legende erzählt von einem Ort, den böse Mächte nicht besetzen können – dem Garten der Freiheit.
Eine kleine Gruppe Jugendlicher macht sich auf den Weg, diesen Ort zu finden - der junge Erfinder Salokin und seine Schwester, die Malerin Aidil - Nevet, der davon träumt, die Welt zu bereisen - der sechzehnjährige Bauarbeiter Marbod und die junge Heilerin Heloise.
Auf ihrer Reise finden sie andere, die sich ihnen anschließen.
Für die unterdrückten Völker werden sie zur Armee der Hoffnung.
Doch der Weg ist gefährlich und Cyprian lässt sie verfolgen, denn auf ihm lastet ein Fluch.
Das verlorene Land ist eine spannende Geschichte für Kinder ab 10 Jahren.

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Auszug aus: Im Reich der Berglöwen
Sie rannten so schnell sie konnten. Schon hatten sie den Rand des Berges erreicht. Wiesen und niedrige Büsche umsäumten das Gebirge.
Salokin bemerkte eine Bewegung hinter dem Gestein. Und dann kamen sie.
„Laaauft!“, schrie Salokin.
Sie waren schon außer Atem, trotzdem wurden sie noch schneller.
Eine Gruppe Krieger – Menschen und Tiger - angeführt von Heidan persönlich, raste mit lautem Kampfgebrüll auf sie zu.
„Nehmt sie gefangen!“, brüllte Heidan.
„Niemals!“ Im Laufen nahm Marbod seinen Bogen von der Schulter und feuerte einen Pfeil ab. Er traf einen der Angreifer in der Brust, der mit einem Aufschrei zusammensank.
„Greift sie!“, donnerte Heidan.
Die Flüchtenden waren jetzt direkt am Gebirge. Schon kletterten sie über nacktes Gestein. Wo sollten sie hin? Hier konnten sie ihren Verfolgern nicht entkommen. Sie waren verloren.
Es war vorbei.
Hier also sollte ihre Flucht schon enden - ihr Versuch, ein besseres Leben zu beginnen - ihr Kampf um Freiheit - ihre Träume.
Ein Krieger griff nach Aidil. Sie fühlte seine Hand auf ihrer Schulter. Sie schrie auf, rannte, riss sich noch einmal los. Ein anderer hielt Eilika fest.
„Lass sie los!“, brüllte Marbod und richtete seinen Bogen auf den Gegner. Doch der lachte nur wild. Ehe sie sich versahen, waren sie umzingelt von Kriegern und Tigern Cyprians.
„Was wollt ihr! Lasst uns gehen!“, schrie Salokin.
Heidan riss Marbod den Bogen aus der Hand und zerbrach ihn in seinen Händen.
Die Krieger lachten gehässig.
Aidil weinte.
Eilika zitterte vor Angst.
In Marbod kochte die Wut, aber er war wehrlos.
Plötzlich vernahmen sie lautes Gebrüll und sich herum. Sie sahen alle gleichzeitig auf - Flüchtlinge und Verfolger.
Um sie herum reihten sich Berglöwen.
Sie tauchten auf Felsen auf.
Sie erschienen auf umgekippten Baumstämmen.
Es kamen immer mehr, ein ganzes Heer. Und sie brüllten drohend.
© Rotraud Falke-Held